09

Giu

2009

Svp: die Zukunft der Tagesmütter
Notizie
Die ungleichen Beitragsleistungen von Seiten der Eltern bringen den mittlerweile unabkömmlichen Tagesmutterdienst in große Schwierigkeiten. Am vergangenen Freitag hat Landtagsabgeordnete Maria Kuenzer Hochgruber in der SVP-Fraktionssitzung einen Beschlussantrag zur Verbesserung der Situation der Tagesmütter eingebracht, welcher aber für eine entsprechende Behandlung im Südtiroler Landtag kein grünes Licht bekam. Kinderhorte und Kindertagesstätten bieten ihren Dienst nur in größeren und Tagesmütter auch in kleineren Gemeinden Südtirols an. Derzeit werden Tagesstätten und Kinderhorte von Seiten des Landes, als auch von den Gemeinden finanziell unterstützt. Der Kinderbetreuung durch Tagesmütter wird hingegen nur für die Verwaltungsarbeit ein Unterstützungsbeitrag von Seiten des Landes gewährleistet. Eltern, welche ihre Kinder in die Obhut einer Tagesmutter geben, müssen deshalb erheblich höhere Betreuungskosten in Kauf nehmen. Unterm Strich muss für die Kinderbetreuung durch Tagesmütter im Vergleich zum Kinderhort mit dem 3-fachen Betrag gerechnet werden. Laut den Ergebnissen der Beobachtungsstelle für Preise und Tarife der Autonomen Provinz Bozen wurden im Schuljahr 2007/2008 folgende Tarife festgesetzt: Beispielsweise mussten sich Eltern in den Gemeinden Leifers und Brixen an den Kosten für eine Beetreuungsstunde im Kinderhort in Höhe von maximal 1,63 Euro beteiligen; während sich der Mindeststundentarif der Tagesmütter „Kinderbetreuung am Bauernhof“ auf 4,20 Euro belief. Laut der Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer beeinflusst diese finanzielle Diskrepanz Eltern bei der Auswahl der Betreuungsform ihres Kindes und kann nicht als „familienfreundlich“ bezeichnet werden. Die Belange und das Wohl des Kindes müssen zentrales Anliegen sein und der finanzielle Aspekt sollte dabei eigentlich keine Rolle spielen. Den Eltern muss die Möglichkeit offenstehen, zwischen den verschiedenen außerfamiliären Betreuungsangeboten dasjenige auszuwählen, welches sie als das Beste für ihr Kind erachten. Da die Anzahl der Tagesmütter weiter im Steigen ist, bedarf es eines raschen Umdenken und Handelns. Entsprechende Maßnahmen müssen ergriffen werden und sozial ausgewogen durchgeführt werden, um berufstätige Eltern zu entlasten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Nach Absprache mit den Genossenschaften für Kinderbetreuung in Südtirol könnte ein folgendes Modell ein Ansatz zur Optimierung der Finanzierung sein: Die Gemeinden sollten Tagesmütter in gleicher Weise fördern wie Kinderhorte und Kindertagesstätten und die effektiven Beiträge pro Betreuungsstunde pro Kind übernehmen. Gerade für kleinere und mittlere Gemeinden wäre ein einheitliches Finanzierungsmodell von Vorteil. Hohe Kosten für Bau, Errichtung, Erhalt und Verwaltung von Kinderhorten oder Tagesstätten würden wegfallen. „Viele Eltern könnten durch diese Maßnahme ihre Kinder auch vor Ort betreuen lassen und müssten dadurch keine täglichen Reisestrapazen für sich und ihr Kind in Kauf nehmen. Dies würde einen hohen Mehrwert an Lebensqualität bedeuten. Zudem wäre es vor allem für Frauen durch professionelle Kinderbetreuung ein Leichteres einem Arbeitsverhältnis mit regulärem Arbeitsvertrag nachzugehen. Dies würde zum einen eine Reduzierung der Schwarzarbeit und zum anderen zur sozialen Altervorsorge beitragen“; so die Abgeordnete. Obwohl die Mitglieder der SVP-Fraktion diesen Beschlussantrag begrüßten, kam es zu keiner Genehmigung für eine weitere Behandlung im Südtiroler Landtag. Man einigte sich darauf ein gesamtes erweitertes Konzept auszuarbeiten, welches auch die Finanzierung der Kindergärten und der Sommerbetreuung beinhaltet. Nachdem eine umfassende und fundierte Überarbeitung sehr viel Zeit erfordert, äußerst Landtagsabgeordnete Kuenzer Hochgruber Bedenken: „Die momentane Situation der Tagesmütter erfordert sofortige konkrete Entscheidungen und darf mittelfristig nicht von einem langfristigen Gesamtpaket abhängig gemacht werden. Alle Vertreter der Sozialgenossenschaften für Kinderbetreuung sind sich einig und fordern eine gleichwertige Unterstützung der unterschiedlichen Betreuungsangebote. Die Zukunft der Tagesmütter muss zu diesem Zeitpunkt oberste Priorität haben und darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Zudem schließt eine unverzügliche Lösung des Problems nicht ein umfassendes Gesamtpaket aus, sondern ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“
 

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